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Donnerstag, 26. Januar 2012
Brixen im Dialog
v.l.n.r.: Eros Magnago, Prof. Alex Weissensteiner, Federico Giudiceandrea (am Mikrofon) und Rolf Weigel Voller Saal gestern bei der Veranstaltung „Finanz- und Wirtschaftskrise – Auswirkungen auf Südtirol“ im Rahmen von „Brixen im Dialog“, sicher auch dank des guten Rufes, den die vor drei Jahren von der Fakultät für Bildungswissenschaften und der Gemeinde Brixen ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe genießt, und vor allem dank der hochkarätigen Redner am Pult. Mit „Brixen im Dialog“ werden aktuelle gesellschaftspolitische Themen von aufgegriffen mit einer regen Diskussionsteilnahme des Publikums, so die Erfolgsformel.

„Es handelt sich nicht um Altruismus, sondern wir machen uns selbst einen Gefallen, wenn wir den Banken zum derzeitigen Zeitpunkt helfen“ begann Prof. Alex Weissensteiner, Dozent an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Freien Universität Bozen, sein gestriges Referat. Er strich die derzeitige Rolle der Banken hervor und analysierte kritisch die aktuellen Vorschläge der Europäischen Kommission, insbesondere jene über die Einführung einer Finanztransaktionssteuer, welche den Markt nicht stabilisieren würde, sondern ihn gar gefährden könnte – eine Aussage, die in der anschließenden Diskussion auch heftig diskutiert wurde. Mit dieser neuen Steuer befürchtet Prof. Weissensteiner, fließen die Mittel dorthin ab, wo keine Steuern anfallen, „denn Kapital ist mobiler als Arbeitskraft“.

Dass die Lage ernst sei, darüber waren sich alle einig: Rolf Weigel, Verantwortlicher der Anlagestrategien der Alpenbank, sieht zwar keine Rezession voraus, sagte aber ohne Umschweife, dass „die Situation 2012 in Spanien noch schlimmer als erwartet sein wird, während Italien immer noch die Möglichkeit hat, sich zu erholen. Im „Schicksalsjahr für den Euro“ werden es alle europäischen Länder schwer haben, außer Finnland, welches als einziges europäisches Land die Maastricht-Kriterien erfüllt.“

Italien sucht mit der neuen Regierung Monti einen Ausweg aus der Krise, und die entsprechenden Dekrete betreffen unvermeidbar auch die autonomen Provinzen und die Regionen mit Sonderstatut. „Mit dem Mailänder Abkommen haben die Provinzen von Trient und Bozen auf 500 Millionen Euro verzichtet. Dies ist ein Beitrag zur Einführung des Steuerföderalismus in ganz Italien“ erläuterte Eros Magnago, Direktor der Abteilung Finanzen der Provinz. „Das Dekret Monti verlangt den Regionen mit Sonderstatut allerdings weitere Kürzungen ab, die über den Stabilitätspakt hinausgehen. Und dies trotz der Zusicherung der Durchführungsbestimmungen, die uns neue Zuständigkeiten zugesprochen haben. Das bringt uns in Schwierigkeiten.“

Die Autonome Provinz Bozen hat jedoch neue Normen erlassen, um der Finanzkrise zu begegnen, wie eine Reduzierung der IRAP für Firmen, die verstärkt auf Export setzen: „Eine Maßnahme die all jenen zu Gute kommt, die noch nicht exportieren, aber nicht jenen, die bereits alles darauf setzen“, analysierte Federico Giudiceandrea, Vizepräsident des Unternehmerverbands, die Situation. „Am Weltmarkt zu konkurrieren ist schwierig, da niemand von uns sich aus seinem eigenen Ländersystem ausklinken kann: Deutschland und Österreich, um im Umfeld zu bleiben, haben ein vorteilhafteres Steuersystem als wir hier in Italien. Aber versuchen Sie sich vorzustellen, was es bedeutet, mit chinesischen, japanischen und finnländischen Unternehmen zu konkurrieren!“

In der angeregten Diskussion im Anschluss kamen noch weitere Themen hinzu: Von den Kosten der Politik bis hin zu den Ratingagenturen, von der Finanzkrise bis hin zur Grundsatzfrage - wie viel kann Europa ökonomisch gesehen noch wachsen?

 
Mittwoch, 8. November 2017

Die Stadt Brixen folgt mit der internationalen Auszeichnung „Alpenstadt des Jahres“ den Städten Tolmezzo (I/2017), Tolmin (Sl/2016) und Chamonix (F/2015)


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