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Mittwoch, 12. Juli 2017
Ein gutes Miteinander erfordert gegenseitigen Respekt
wewirnoi

Publikation der Gemeinde und des Jugendrats erforscht Ursachen und Facetten von Vandalismus

Warum passiert Vandalismus und wer sind die Betroffenen? Wie gestalten Brixner Jugendliche ihr Wochenende und welche Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten hat die Gemeindeverwaltung? Diesen und anderen Fragen geht eine Publikation der Gemeinde nach, die auf Initiative von Stadtrat Thomas Schraffl, verantwortlich für Stadtpolizei und Sicherheit, in Zusammenarbeit mit dem Jugendrat entstanden ist und im Rahmen der Pressekonferenz des Stadtrats vorgestellt wurde. Anwesend waren dabei neben Stadtrat Schraffl auch Jugendreferent Philipp Gummerer, der Präsident des Jugendrates Manuel Dianese sowie Gemeinderat Nicolas Monese, der infolge einer Unterschriftenaktion der Anrainer/innen des Fischzuchtweges einen Beschlussantrag im Gemeinderat eingebracht hatte.

"Infolge der vermehrten Proteste und Hilferufe der Anrainer/innen des Fischzuchtweges, war es uns ein Anliegen, ein konkretes Zeichen zu setzen und aufzuzeigen, dass wir das Thema ernst nehmen,“ erklärte Thomas Schraffl bei der Pressekonferenz. Die Gemeindeverwaltung wisse um die Problematik der nächtlichen Ruhestörungen und Sachbeschädigungen, besonders am Wochenende, und sei bemüht, die Kontroll- und Überwachungstätigkeit durch die Stadtpolizei in Abstimmung mit den anderen Ordnungskräften zu verstärken. So sei u.a. die Installation von zusätzlichen Überwachungskameras geplant ebenso wie die Ausdehnung des Nachtdienstes der Stadtpolizei. Gleichzeitig sei man sich bewusst, dass Kontrolle und Intervention alleine nicht ausreichen, um dem Phänomen Vandalismus entgegen zu wirken, sondern Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit genauso wichtig seien. Dies zeigen auch die Erfahrungswerte anderer Gemeinden, die sich bereits seit längerem mit dem Thema auseinandersetzen. Die Publikation stellt eine erste Maßnahme im diesem Sinne dar, die Gemeinde ist bemüht weitere Sensibilisierungsmaßnahmen auch für die kommenden Jahre ins Leben zu rufen, so Schraffl.

Im Zuge eines Austausch mit dem Jugendrat der Gemeinde sei deshalb die Idee entstanden, eine Publikation herauszugeben, die sich nicht nur mit dem Thema Vandalismus auseinandersetzt, sondern vor allem dazu dienen soll,  verschiedenen Sichtweisen Raum zu geben. Man wolle damit ein Bewusstsein für den Wert des öffentlichen und privaten Raums schaffen und gleichzeitig Handlungsfelder für die Gemeinde und die Gesellschaft aufzeigen, so die Beteiligten. Besonders wichtig erschien es, Vorurteilen entgegenzutreten und durch die Einbindung verschiedener Blickwinkel ein Bewusstsein für die Komplexität des Themas zu schaffen. Deshalb habe man Wert auf die Einbindung von Experten und Fachstellen wie dem Forum Prävention gelegt.

Die so entstandene Publikation mit dem Namen  „We-Wir-Noi“ ist demnach eine Auseinandersetzung mit verschiedenen Fragen, die sich rund um das Thema Vandalismus auftun. Sie gewährt Einblick in verschiedene Lebenswelten, die in Brixen – so wie an anderen Orten auch - nebeneinander existieren: Die Lebenswelt von Menschen, die am Wochenende immer wieder Ruhestörungen und nächtlicher Sachbeschädigung ausgesetzt sind, ebenso wie die Welt der Brixner Jugendlichen, die sich ein vielfältigeres Angebot an Ausgehmöglicheiten und Freizeitgestaltung für ihre Stadt wünschen. In einem Interview mit Lukas Schwienbacher, dem Koordinator der Fachstelle Gewalt im Forum Prävention, wird auf die Ursachen von Vandalismus eingegangen, wobei schnell klar wird, dass es eine alleinige Ursache nicht gibt, und es falsch wäre, Vandalismus ausschließlich als Jugendphänomen zu bezeichnen. Dies bestätigt auch Universitätsprofessor Walter Lorenz, der in seinem Beitrag festhält, dass es Vandalismus immer gegeben hat und es sich hierbei stets um einen Aufschrei handelt, der auf einen Umbruch in der Gesellschaft hindeutet und einen offenen Dialog um gemeinsame Werte erfordert. Stadtrat Thomas Schraffl appelliert in seinem Vorwort für ein gleichberechtigtes Nebeneinander von unterschiedlichen Lebensentwürfen in einer Gemeinschaft, die niemanden ausklammert und niemanden im Stich lässt.  Die Gemeinde trage Verantwortung für alle Bürgerinnen und Bürger und habe die Aufgabe, Gestaltungs- und Entfaltungsmöglichkeiten zu schaffen, die wiederum Voraussetzung seien für Respekt und gegenseitiges Verständnis.

Mit der Publikation wolle man einen öffentlichen Diskurs anregen und aufzeigen, dass die Gemeinde dem Thema Vandalismus auf verschiedenen Ebenen begegnen will, betonte Stadtrat Schraffl.  In den kommenden Tagen und Wochen werden die Mitglieder des Jugendrates die Publikation an die Haushalte in besonders betroffenen Vierteln verteilen. Darüber hinaus wolle man mit der Publikation auch politische Bildungsarbeit leisten und  etwa in den Schulen die Auseinandersetzung mit dem Thema Respekt und der gemeinsame Verantwortung für den öffentlichen Raum anregen.  

Im Foto: Bürgermeister Peter Brunner, Gemeinderat Philipp Gummerer, Stadtrat Thomas Schraffl, Jugendratpräsident Manuel Dianese und Gemeinderat Nicolas Monese

>> zur Publikation

 
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