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Brixen im Dialog

Dienstag, 19. März 2013
Jugendliche gehen uns alle an
picture-033-klein Auf das Bild des Jugendlichen in Brixen ist seit geraumer Zeit ein leichter Schatten gefallen. Vorfälle von roher und rücksichtsloser Gewalt haben nicht nur Opfer und Täter in die Schlagzeilen gebracht, sondern gleich alle Jugendlichen einer ganzen Stadt. Medienberichte zirkulierten; Unsicherheit machte sich breit; Forderungen nach hartem Eingreifen wurden laut.

Vergangenen Donnerstag luden die Gemeinde Brixen und die Freie Universität Bozen zu einer Podiumsdiskussion ins Sozialwissenschaftliche Gymnasium, um eine Standortanalyse vorzunehmen. Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen stellten dabei ihre Sichtweisen einem breiten Publikum von ungefähr 150 Personen vor. Mit dabei waren Gianluca Iocolano vom Centro Giovani Connection, Lukas Schwienbacher vom Forum Prävention, Jugendstadträtin Magdalena Amhof, Gerhard Lobis von der Staatspolizei, Reinhard Tschiesner von der Freien Universität Bozen, Daniela Costa vom Brixner Jugendrat, der Amtsdirektor für Jugenddienste Claudio Andolfo und Festival-Veranstalter Arno Parmeggiani.

Bereits zu Beginn der Veranstaltung wurde betont, dass Brixen nicht häufiger Schauplatz von Jugendgewalt sei als andere Städte Südtirols. Generell lässt sich feststellen, dass die physische Gewalt im Schnitt sogar abnimmt, gleichzeitig aber die emotionale Gewalt südtirolweit zunimmt. Dass Brixens Jugendliche dennoch Schlagzeilen machen, ist vor allem auf einige wenige, aber dafür sehr gewaltbereite Jugendliche zurückzuführen, welche einem schwierigen sozialen Umfeld entstammten. Thematisiert wurden in diesem Zusammenhang auch Medienberichte, welche Vorfälle ohne deren Vorgeschichte dargestellt und somit zu einem negativen Sicherheitsempfinden in der Stadt beigetragen haben.

Bürgermeister Albert Pürgstaller hat in einer Stellungnahme während der Veranstaltung darauf hingewiesen, dass Jugendgewalt nicht isoliert von anderen Themen gesehen werden darf. Besonderes Augenmerk verdiene dabei die Tatsache, dass viele Eltern und Erziehungsberechtigte ihrer Aufsichts- und Erziehungspflicht nicht immer nachkommen würden: „Jugendliche kommen nicht gewaltbereit auf die Welt, sondern werden es im Laufe der Zeit, weil wir an irgendeinem Punkt als Eltern, Freunde, Verantwortliche und Gemeinschaft versagt haben“. Ein Eingreifen der Ordnungskräfte, der Gerichte und der Politik könne bestenfalls Akzente setzen. „Mit Verboten und Strafen allein ist es hier nicht getan!“, so Pürgstaller. „Was es stattdessen braucht, ist ein größerer Verantwortungssinn der Gesellschaft gegenüber ihren jüngsten Mitgliedern.“

Dekan Franz Comploi der Freien Universität Bozen hat darauf hingewiesen, dass die Fachvertreterinnen und -vertreter der Psychologie der Fakultät für Bildungswissenschaften (Regensburger Allee 16, Missionshaus, 3. Stock) Beratungen für Eltern und andere Erziehungsberechtigte anbieten. Termine können jeden Montag von 14 bis 17 Uhr und jeden Donnerstag von 9 bis 12 Uhr unter 0472 014040 oder edupsy_counseling@unibz.it vereinbart werden.

Die Veranstaltung fand im Rahmen von „Brixen im Dialog“ statt, einer von der Gemeinde Brixen und der Freien Universität Bozen gemeinsam organisierten Veranstaltungsreihe, welche aktuelle gesellschaftspolitische Themen im Rahmen einer öffentlichen Podiumsdiskussion aufgreift und aufarbeitet.

 
Mittwoch, 8. November 2017

Die Stadt Brixen folgt mit der internationalen Auszeichnung „Alpenstadt des Jahres“ den Städten Tolmezzo (I/2017), Tolmin (Sl/2016) und Chamonix (F/2015)


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