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Brixen im Dialog

Donnerstag, 24. Oktober 2013
Theater macht Politik – und Politik macht (meistens) Theater?
dekadenz Der Austragungsort Anraiterkeller der Dekadenz war bereits Programm: Theatermacher und –kritiker, Journalisten und Politiker diskutierten über Inszenierung in Vorwahlzeiten, wann Theater Politik macht und wie Politiker sich inszenieren. Der Abend fand im Rahmen von „Brixen im Dialog“ statt, einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe der Fakultät für Bildungswissenschaften und der Stadtgemeinde Brixen.

Schauspieler wie Politiker nehmen bei ihrer Arbeit eine Rolle ein, „doch wenn der Journalist das politische Tagesgeschäft als Posse, Trauerspiel oder Operette abtut, so sind diese Gemeinplätze zumeist als Schwäche der Zunft anzusehen“ umriss Oktavia Brugger, langjährige Rai-Korrespondentin in Rom, die politische Berichterstattung. Dass Politiker als Schauspieler gelten können, verneinte die Runde, „zumal das Publikum einen Schauspieler auf der Bühne sofort entlarvt, wenn dieser sich eine Rolle überstülpt – Authentizität ist das Geheimnis“, unterstrich Doris Brunner, Präsidentin der Gruppe Dekadenz. „Daher bevorzuge ich es auch, von Darstellern zu sprechen.“

Dass ein Politiker sich aber präsentieren können muss, stehe außer Frage – so war Cicero beim römischen Volk nicht zuletzt deswegen hoch geachtet, als dass er ein guter Redner war. Festzustellen sei, dass Politiker, wenn sie sich für eine Partei entscheiden, auch deren Ansichten und Redensarten übernehmen, das institutionelle Handeln tritt vor das persönliche Handeln. Einzig bedauerlich sei, dass das Theater nunmehr vom Fernsehen als Maßstab für Politiker abgelöst worden ist: „Lange Diskurse finden sich nicht mehr in politischen Statements, die Politiker wissen um die kurze Aufmerksamkeitskurve der Zuschauer und bringen ihre Kernbotschaften kurz in drei Sätzen herüber“ so Oktavia Brugger.

Der Abend im Anraiterkeller zeigte auch, dass (politisches) Kabarett in unterschiedlichen Sprachräumen unterschiedlich dargestellt wird: so gelte Österreich als Paradebeispiel für spitzes, politisches Kabarett, in Südtirol sei man hingegen eher zahm.

Einig waren sich die Teilnehmer, dass es eine klare Schnittstelle zwischen Theater und Politik gibt: zum einen hat das Theater einen gesellschaftlichen Auftrag, die Wirklichkeit auf die Bühne zu holen und Wertediskussionen in Gang zu setzen, andererseits kommt die Politik ohne ein gewisses Maß an Inszenierung nicht aus - was nicht zuletzt der Erwartungshaltung der Wählerschaft entspringt.


Im Bild v.l.n.r.: Prof. Liliana Dozza (Prodekanin Fakultät für Bildungswissenschaften), Gianlorenzo Pedron (Vizebürgermeister von Brixen), Moderatorin Stefanie Risse Lobis (Freie Universität Bozen), Lucio Giudiceandrea (Rai-Journalist), Oktavia Brugger (langjährige Rai-Journalistin), Klaus Runer (Bürgermeister von Terlan und Präsident des Südt. Theaterverbandes), Doris Brunner (Präsidentin der gruppe Dekadenz und Kulturredakteurin), Margit Oberhammer (Professorin der Universität Bozen und Kulturredakteurin).

 
Mittwoch, 8. November 2017

Die Stadt Brixen folgt mit der internationalen Auszeichnung „Alpenstadt des Jahres“ den Städten Tolmezzo (I/2017), Tolmin (Sl/2016) und Chamonix (F/2015)


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