... ... ...

Europa

Dienstag, 13. Mai 2014
Jugendarbeitslosigkeit: Eigenverantwortung ist angesagt
jugendarbeitslosigkeit Oft kontrovers und zugespitzt, aber immer konzentriert und am Thema orientiert: so gestaltete sich die jüngste Ausgabe der Diskussionsreihe „Brixen im Dialog“, organisiert von der Gemeinde Brixen und der Freien Universität Bozen. Sechs Expertinnen und Experten folgten der Einladung und setzten sich mit einem engagierten Publikum mit der Frage nach den Auswegen aus der Jugendarbeitslosigkeit auseinander – ein Thema außerordentlicher Wichtigkeit, wie Bürgermeister Albert Pürgstaller in seinen Grußworten betonte: „Jugendarbeitslosigkeit geht uns alle an, egal ob in Brixen oder anderswo in Europa. Die zeitliche Nähe zum Europatag am 9. Mai ist deshalb ein bewusstes Zeichen gegen Mutlosigkeit, Passivität und negative Stimmungsmache“. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Europa-Beauftragten der Gemeinde Brixen, Andreas Pichler.

Den Auftakt zur Veranstaltung bildete Christine Tschölls Einstiegsreferat über das Ausmaß der Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung im europäischen Vergleich. Die Doktorandin der Freien Universität Bozen zeichnete ein düsteres Bild: Viele junge Menschen in Europa wollten zwar arbeiten, fänden aber keine Arbeit. Den entmutigenden Zahlen begegnete Sigrid Strobl von der Bozner Personalvermittlungsagentur Personal Consulting mit der Feststellung, dass es den Jugendlichen von heute nicht an Chancen fehle, sondern an Orientierung. Zu dieser Orientierungslosigkeit trage unter anderem bei, dass Jugendlichen – besonders jenen, die keine Berufsschulausbildung vorweisen – oft nicht die Wahrheit über die Realität der Arbeitswelt vermittelt werde. Dennoch werden Jugendliche gleichzeitig oft mit unrealistisch hohen Erwartungen konfrontiert – ein Punkt, den vor allem Philipp Gummerer, Brixner Gemeinderat und Verantwortlicher für Jugendangelegenheiten, unterstrich.

Der Direktor des Arbeitsförderungsinstituts AFI, Stefan Perini, mahnte generell zur Vorsicht vor Statistiken, die eine niedrige Arbeitslosigkeit attestieren: „Eine niedrige Arbeitslosigkeit heißt nicht, dass es den ArbeitnehmerInnen auch gut geht“. Abgesehen davon müsse der Arbeitseinstieg von Jugendlichen besser begleitet werden. Für eine bessere Begleitung plädierte auch Michael Mayr, Direktor des Landesamts für Arbeitsservice. In Südtirol, so Mayr, zeige sich aber auch, dass die duale Ausbildung an den Berufsschulen wesentlich zur relativ niedrigen Jugendarbeitslosigkeit beiträgt, die im restlichen Staatsgebiet inzwischen erschreckende Ausmaße angenommen hat. Mittelfristig ortet Mayr aufgrund der demographischen Entwicklung sogar einen Arbeitskräftemangel. Auch Raffaele Scuderi, Wirtschaftsprofessor an der Freien Universität Bozen, stellt Südtirol ein gutes Zeugnis aus: Gemessen an der Gesamtzahl an Unternehmen, entstehen italienweit nirgends so viele Start-ups wie hierzulande.

Fakt bleibt aber, dass es auch in Südtirol Jugendliche gibt, die auf Arbeitssuche sind oder aus unterschiedlichen Gründen Schwierigkeiten haben, sich lange in einer Arbeit zu halten. Angesichts dieser Realität sprachen die Podiumsgäste eine Reihe von Empfehlungen aus – an Jugendliche, Eltern, Schulen und die Politik gerichtet: Es braucht eine bessere Unterstützung bei der Berufswahl; mit den Tatsachen des Arbeitsmarktes muss ehrlich umgegangen werden; das Ehrenamt braucht Anerkennung als wertvolle praktische Arbeitserfahrung; die duale Ausbildung muss gestärkt werden; und es braucht Flexibilität bei gleichzeitiger sozialer Absicherung. Über all diesen Empfehlungen steht die von allen Podiumsgästen geteilte Erkenntnis, dass Arbeitsplätze nicht zu den Jugendlichen kommen, sondern in der Eigenverantwortung und Motivation eines jeden Einzelnen liegen.

 
...
Die Europabeauftragte
Elisabeth Thaler
T. 0472 062 010
F. 0472 062 022
Mittwoch, 8. November 2017

Die Stadt Brixen folgt mit der internationalen Auszeichnung „Alpenstadt des Jahres“ den Städten Tolmezzo (I/2017), Tolmin (Sl/2016) und Chamonix (F/2015)


>>>>>

alpenstadt-impulsworkshop
Gemeinde Brixen | Große Lauben, 5 | I-39042 Brixen | Südtirol-Italien | Tel. +39 0472 062000 | Fax +39 0472 062022 | info@brixen.it | brixen.bressanone@legalmail.it ...