„360. Jubiläum der Geburt von Matteo Goffriller“

Im Rahmen der heutigen Pressekonferenz wurden u.a. die Initiativen zum 360jährigen Jubiläum der Geburt von Matteo Goffriller vorgestellt, welche am Samstag 12.10.2019 ab 10.30 Uhr über die Bühne gehen werden.

„Es ist die erste Initiative, die vom italienischen Bildungsausschuss ins Leben gerufen wurde und wir freuen uns einem der bekanntesten Geigenbauer weltweit der zudem aus Brixen stammt, würdigen zu dürfen“ so Vizebürgermeister Claudio Del Piero. Weiters anwesend waren u.a. Bürgermeister Peter Brunner, Luigino Scaggiante Präsident des italienischen Bildungsausschusses mit dem künstlerischen Leiter Antonio Bova, Giacomo Fornari Direktor des Musikkonservatoriums „C. Monteverdi“ in Bozen, Stephen Lloyd Dirigent des Jugendsinfonieorchesters „Matteo Goffriller“ und Rubino Gabrielle Brixner Geigenbauer.

Zur Herkunft und zum Leben von Matteo Goffriller
 „Matthias Gfriller“ (ursprünglicher Name) wurde in Brixen am 10.02.1659 geboren. Seine Familie stammte ursprünglich aus Barbian und kam dann von Villanders und Tötschling nach Brixen.
Der Vater war Besitzer des Hauses in der Trattengasse Nr. 20 wo er eine Schmiede hatte. Der junge Matthias war daran nicht sehr interessiert. Er kam in Kontakt mit der Familie Klotz aus Mittewald bei welcher er die Grundkenntnisse des Geigenbauens erlernte. 1685 zog er nach Venedig wo er um 1690 seine eigene Werkstatt in der Nähe des berühmten Ponte di Rialto eröffnet. Über 25 Jahre lang ist Matteo Goffriller dort tätig und wird heute als einer der 10 besten Geigenbauer der Welt und Begründer der Geigenbauerschule von Venedig bekannt.
Von seiner Schaffung sind vor allem die Cellos bewundernswert; eines davon wurde vom berühmten Cellist Pablo Casals ein lebenlang gespielt welcher Goffrillers Instrumente denen von Stradivari bevorzugte. Goffriller starb am 23.02.1742 in Venedig.

Dass gerade Brixen die Geburtsstadt von Goffriller war, wurde jedoch erst 1997 bekannt.
Der Wissenschaftler Paul Rosenbaum beschäftige sich lange Zeit mit Forschungen über die venezianische Geigenbauerschule. Nach seinem Tod 1960 wurde seine Arbeit vom Londoner Charles Beare übernommen welchen die Figur von Goffriller besonders interessierte. In der Zwischenzeit kam der ehem. Australische Tennislehrer und heute Orchesterdirigent Steven Lloyd nach Brixen. Er ließ seinem Freund Charles Beare eine Goffriller-Geige auf seine Authentizität prüfen der ihn wiederum auf die Möglichkeit, dass Goffriller ein Brixner sein könnte aufmerksam macht. Mit Hilfe des Historikers Hans Heiss wurde dann tatsächlich im Pfarrarchiv der Geburtsschein von Goffriller gefunden.
Nach der Entdeckung wurde eine Gedenktafel am Geburtshaus von Matthias Gfriller in der Trattengasse angebracht und ein gleichnamiger Verein gegründet.

Zu den geplanten Initiativen am 12.10.2019
Um 10.30 Uhr wird beim Geburtshaus in der Trattengasse 20 Dr. Hans Heiss einleitend über Matteo Goffriller sprechen. Um 11 Uhr findet in der Altstadt ein Flash Mob des Jugendorchesters „Matteo Goffriller“ statt und um 12 Uhr wird Prof. Fornari eine Lectio magistralis im Kaisersaal der Hofburg Brixen halten. Ehrengast wird Violinist Günther Sanin sein, der das Publikum mit dem magischen Klang eines Goffrillers bezaubern wird. Eine einzigartige Gelegenheit! Bei einem kleinen Stand wird Rubino Gabrielli einen Blick in die Geheimnisse des Geigenbauens gewähren.

Bürgermeister Peter Brunner bedankte sich abschließen für die wertvolle Initiative die einen weiteren Höhepunkt im kulturellen Veranstaltungskalender Brixens darstellt.

Plakat

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